Wie viel REM-Schlaf ist gesund?
Der REM-Schlaf macht bei den meisten Menschen etwa 20–25 % des Nachtschlafs aus. Somit beträgt die durchschnittliche Dauer des REM-Schlafs bei Erwachsenen etwa zwei Stunden pro Nacht. Wann die erste REM-Schlafphase eintritt, ist unterschiedlich, jedoch beginnt sie häufig etwa 90 Minuten nach dem Einschlafen. Innerhalb einer Nacht durchlebt der Mensch mehrere REM-Phasen, die meisten davon eher zum Ende der Nacht hin.
Es lässt sich nicht pauschal sagen, wie viel zu viel REM-Schlaf oder zu wenig REM-Schlaf ist. Manche Menschen reagieren mit Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, sobald sie keinen REM-Schlaf erleben. Andere Menschen zeigen sich unbeeinträchtigt, auch wenn sie über Wochen keine REM-Schlafphase haben.
Neugeborene Babys verbringen etwa neun Stunden pro Tag im REM-Schlaf. Mit zunehmendem Alter verkürzt sich die Dauer der REM-Phase, bis Kinder ab etwa acht oder neun Jahren ähnlich viel REM-Schlaf erfahren wie Erwachsene.
Die Bedeutung des REM-Schlafs für Körper und Psyche
Es ist bis heute nicht abschließend geklärt, welche Bedeutung die REM-Phase im Schlaf hat. Sicher ist, dass im REM-Schlaf am intensivsten geträumt wird. Blutdruck und Puls steigen an, ebenso nimmt die Hirnaktivität zu.
Außerdem kommt es während des REM-Schlafs zu einer Lähmung des Körpers. Das hat den Zweck, dass der Schlafende die Bewegungen, die er träumt, nicht tatsächlich ausführt. Wahrscheinlich ist, dass die REM-Schlafphase mit dem Lernprozess und dem Langzeitgedächtnis zusammenhängt.
Der Glaube, dass REM-Schlaf erholsam oder besonders gesund ist, ist weit verbreitet. Es ist jedoch nicht wissenschaftlich belegt, dass REM-Schlaf wichtiger ist als andere Schlafphasen. Fehlender REM-Schlaf beeinträchtigt zudem nicht alle Menschen auf die gleiche Weise.
Ist REM-Schlaf Tiefschlaf?
Nein, die REM-Schlafphase ist eine andere als die Tiefschlafphase. Im Tiefschlaf werden körperliche Funktionen reduziert und der Schlafende liegt in der Regel sehr still – im Gegensatz zum REM-Schlaf mit erhöhtem Puls und Blutdruck sowie raschen Augenbewegungen.
Was ist die REM-Schlaf-Verhaltensstörung?
Es gibt eine REM-Schlafstörung, bei der die natürliche Muskellähmung während des REM-Schlafs nicht vorhanden ist. Dadurch kann der Schlafende Bewegungen und Reaktionen aus Träumen ausführen und dadurch sich selbst oder andere gefährden. Das Verhalten eines Menschen während dieser REM-Schlafstörung entspricht nicht seinem tatsächlichen Charakter. Häufig handeln die Träume, die mit einer solchen REM-Schlaf-Verhaltensstörung einhergehen, von Angriff oder Verteidigung, sodass Verletzungen die Folge sein können.
Wie kann ich meinen REM-Schlaf verbessern?
Da alle Schlafphasen von der Schlafqualität insgesamt beeinflusst werden, ist es nicht möglich, speziell die Qualität des REM-Schlafs zu verbessern. Jedoch können Maßnahmen, die insgesamt zu besserem Schlaf führen, sich auch positiv auf den REM-Schlaf auswirken. Solche Maßnahmen sind zum Beispiel:
- regelmäßige Schlaf- und Wachzeiten
- Vermeiden von sportlicher Aktivität kurz vor dem Schlafengehen
- Vermeiden von Alkohol und schwer verdaulichen Mahlzeiten am Abend
- Konstante Raumtemperatur
- Entspannungsübungen vor dem Schlafengehen