Wie funktioniert die Adaption des Auges?
In erster Linie reguliert die Pupillenweite, wie viel Licht in das Auge fällt. Wenn dich etwas blendet, verengt die Pupille sich umgehend und reduziert den Lichteinfall um bis zu 80 Prozent. Bei dunklen Sichtverhältnissen weitet sich die Pupille hingegen, damit möglichst viel Licht auf die Netzhaut gelangt.
In der Netzhaut befinden sich zwei Arten von Sinneszellen: Die lichtempfindlichen Stäbchen sorgen für das Sehen bei Dämmerlicht oder wenn es fast dunkel ist. Die sogenannten Zapfen sind verantwortlich für das Erkennen von Farben und das Sehen bei Helligkeit. Im Punkt des schärfsten Sehens, der sogenannten Fovea centralis, befinden sich die meisten Zäpfchen, während die Stäbchen dort gänzlich fehlen. Sie sind hingegen rundum die Fovea besonders dicht angeordnet. Deshalb siehst du nachts zum Beispiel auch hell leuchtende Sterne nur undeutlich, wenn du sie direkt fixierst. Schaust du ein wenig an ihnen vorbei, erscheinen sie dir wesentlich deutlicher.
Sehpigment sorgt für das Sehen bei Nacht
Zur Weiterleitung der Sehreize an dein Gehirn brauchst du ein Sehpigment – das sogenannte Sehpurpur (Rhodopsin), das sich in den Stäbchen befindet. Trifft nun Licht auf das Sehpigment in den Lichtsinneszellen, wird letzteres durch eine chemische Reaktion gespalten, was die Sinneszellen aktiviert. Als Folge davon wird ein Signal ausgelöst, ein sogenannter Nervenimpuls. Dieser wandert über weitere Nervenzellen bis hin zum Gehirn. Alle dort zeitgleich ankommenden Informationen werden dann verarbeitet und wir sehen ein Abbild unserer Umwelt. Kurz darauf regeneriert sich das Sehpigment, um beim nächsten Lichtimpuls wieder gespalten zu werden.
Bei dunklen Lichtverhältnissen regeneriert das Sehpigment und steht deshalb in größeren Mengen zur Verfügung. Die Lichtempfindlichkeit deines Auges nimmt in der Dunkelheit aus diesem Grund langsam zu und du kannst nach und nach wieder mehr erkennen. Zum Aufbau des Sehpurpurs braucht dein Körper ausreichend Vitamin A. Ein Mangel kann deshalb zu einer verringerten Dunkeladaption bis hin zur Nachtblindheit führen.