Was ist eine Fehlsichtigkeit?
Bei einer Rechtsichtigkeit (Fachbegriff: Emmetropie) treffen Lichtstrahlen auf die Linse eines Auges und werden so gebrochen, dass sie genau auf der Netzhaut im hinteren Teil des Augapfels zusammentreffen. So entsteht ein klares, scharfes Bild. Diese Rechtsichtigkeit stellt den Idealzustand des Sehens dar.
Tatsächlich ist die Beschaffenheit des Augapfels jedoch individuell. Besonders häufig ist er entweder länglich ausgeformt oder verkürzt . In beiden Fällen treffen die Lichtstrahlen nicht mehr genau auf der Netzhaut zusammen. Das Bild wird dann unscharf. Je nachdem, in welchem Bereich diese Unschärfe auftritt, wird die Fehlsichtigkeit (Fachbegriff: Ametropie) „Kurzsichtigkeit“ oder „Weitsichtigkeit“ genannt. Wie genau das Auge aufgebaut ist und funktioniert, kannst du in unserem Ratgeber zum Aufbau des Auges nachlesen.
Die Kurzsichtigkeit (Myopie)
Ist der Augapfel länglich verformt, so treffen die Lichtstrahlen, die von der Linse des Auges gebündelt werden, noch vor der Netzhaut zusammen. Menschen, die von Kurzsichtigkeit betroffen sind, können daher nur auf eine begrenzte Distanz scharf sehen. Beträgt diese Distanz einen Meter, so liegt der SPH-Wert bei -1,00 dpt. Bei einer Distanz von 50 cm beträgt der SPH-Wert -2,00 dpt, bei 25 cm bereits -4,00 dpt. Deine Brille bekommt wegen des negativen Vorzeichens sogenannte „Minusgläser“.
Die Kurzsichtigkeit kann auch andere Ursachen haben. Eine große Rolle spielt dabei die Brechkraft der Linse im Auge. Ist diese beeinträchtigt, werden die Lichtstrahlen nicht angemessen gebündelt, sodass auch in diesem Fall ein unscharfes Bild entsteht. Bis zu einem Wert von -6,00 dpt gilt die Kurzsichtigkeit als eine Anomalie, aber nicht als eine krankhafte Veränderung. Die größere Rolle im Augensystem spielt jedoch die Hornhaut, denn diese hat eine höhere Brechkraft. Bei einer sogenannten Hornhautverkrümmung handelt es sich daher ebenfalls um eine Fehlsichtigkeit, die in Dioptrien gemessen wird.
Die Weitsichtigkeit (Hyperopie)
Bei einer Weitsichtigkeit ist der Augapfel verkürzt. Die einfallenden Lichtstrahlen würden so an einem Punkt zusammentreffen, der "hinter" der Netzhaut liegt. Direkt auf der Netzhaut treffen sie gefächert auf und ergeben so ein verschwommenes Bild. Weitsichtige Menschen können in der Ferne scharf sehen, jedoch nicht auf kurze Distanzen wie beispielsweise beim Lesen.
Auch die Weitsichtigkeit kann das Ergebnis einer beeinträchtigten Brechkraft der Augenlinse sein. Genau diese Brechkraft stellt ein Brillenglas wieder her. Bist du weitsichtig, sind die Dioptrien-Werte in deiner Verordnung positiv, z. B. +2,00 dpt. Deine Brille bekommt dann sogenannte „Plusgläser“.
So wird die Kurz- oder Weitsichtigkeit korrigiert
Ob die Fehlsichtigkeit nun von der Form des Augapfels, der Hornhaut oder von der Brechkraft der Augenlinse verursacht wird: In allen Fällen werden die Lichtstrahlen nicht an der korrekten Stelle gebündelt, sodass auf der Netzhaut ein unscharfes Bild entsteht.
Ein Brillenglas in der richtigen Stärke und Fertigung unterstützt die korrekte Lichtbrechung. So treffen die Lichtstrahlen genau auf der Netzhaut zusammen und du kannst im Rahmen deiner individuellen Sehleistung wieder schärfer sehen.